Stromanbieter

Stromanbieter Strom kommt aus der Steckdose, dass weiß jedes Kind. Aber wie kommt der Strom eigentlich darein? Und warum ist das in Deutschland alles so viel komplizierter, als man denkt?

Aber eins nach dem anderen. Grob gesagt, lässt sich der deutsche Strommarkt in vier große, überregionale Energieversorgungsunternehmen und einer Vielzahl kleinerer, regionaler Stromanbieter aufteilen. Letztere sind allerdings oft Tochterunternehmen von den Großen, traditionelle Stadtwerke beispielsweise, die aus Image-Gründen weiter ihren Namen und ihre regionale Versorgungsstruktur beibehalten. Insgesamt gibt es (2008) fast 900 verschiedene Stromanbieter in Deutschland.

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Die „Big-Player“ der Stromanbieter

Die vier großen Stromanbieter (RWE, E.On, Vattenfall und EnBW) haben dabei den Markt in vier regionale Zonen unter sich aufgeteilt und haben einen geschätzten Marktanteil zwischen 80% und 90%. Zudem besitzen sie das Hochspannungsnetz und sind somit die Einzigen, die über die nötige Infrastruktur verfügen, ihren produzierten Strom auch über weite Strecken hinweg zu transportieren. Zwar müssen sie ihre Netze auch für kleinere Anbieter öffnen, tun dies aber nur unter oft kritisierten, überhöhten Gebühren.


E.On - Der in Düsseldorf sitzende Stromanbieter E.On gehört mit einem Umsatz von 68,7 Milliarden Euro (2007) und knapp 88.000 Beschäftigten (2007) zu den größten Stromanbietern der Welt und ist Marktführer in Deutschland.

RWE - Der Dortmunder Energie-Multi hat 2007 einen Jahresumsatz von 42,6 Milliarden Euro erwirtschaftet und ist damit der zweitgrößte Stromanbieter in Deutschland. Bei RWE sind etwa 63.000 Menschen beschäftigt (2007). Der Name ist die Abkürzung für den bis 1990 gültigen Namen: Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG.

EnBW - Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG hat ihren Sitz in Karlsruhe und versorgt den Großteil Baden-Württembergs mit Strom. Da EnBW nicht genügend Strom für alle ihre Verbraucher produzieren kann, kauft es regelmäßig größere Kontingente dazu. Obwohl flächenmäßig nur gering vertreten, ist EnBW mit einem Umsatz von 14,7 Milliarden Euro (2007) der drittgrößte Stromanbieter in Deutschland. Für EnBW arbeiten z.Z. (Anfang 2008) etwa 20.000 Menschen.

Vattenfall - Die Vattenfall Europe AG versorgt die neuen Bundesländer einschließlich der Metropolen Berlin und Hamburg mit Strom. Der Umsatz betrug 2007 13,7 Milliarden Euro und beschäftigt etwa 21.300 Mitarbeiter. Vattenfall Europe ist Ableger des schwedischen Staatsunternehmens Vattenfall.

Eine Liste aller Stromanbieter finden Sie in unserem Strom Anbieterverzeichnis.


Privatisierung und steigende Preise

Bis 1998 war der deutsche Strommarkt in staatlicher Hand. Im Zuge neuer Binnenmarktrichtlinien der EU wurde er im April 1998 privatisiert. Ziel war es, die alten, unwirtschaftlich arbeitenden Strukturen durch den Marktdruck durchzurationalisieren, Überproduktion zu verringern und Strom insgesamt billiger an den Verbraucher und an die Industrie zu liefern. Obwohl sich die neuen, privaten Stromanbieter in Deutschland massiven Rationalisierungsmaßnahmen unterzogen, steigt der Strompreis seit Jahren kontinuierlich. Dies wird seitens der Energieversorger mit generell steigenden Energiepreisen begründet, Kritiker hingegen sehen einen Missbrauch der Quasi-Monopolstellung darin. Die Wahrheit enthält vermutlich einen Anteil von beiden Positionen.


Unterschiede bei den Stromanbietern

Strom ist eben nicht Strom. Obwohl die vier großen Stromanbieter einen Großteil des Marktes unter sich aufteilen, konnten in den vergangenen Jahren zunehmend kleine Versorger punkten, die sich auf Strom aus regenerativen Energiequellen spezialisierten. Die bekanntesten Anbieter von Ökostrom sind LichtBlick, Greenpeace energy oder die Elektrizitätswerke Schönau.

Einen Vergleich der Stromkosten kann sich oft lohnen.